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Das vielleicht verlogenste Exemplar der türkisen Polit-Truppe

Einer, der nur zum Handaufhalten da ist. Senkrecht im Parlament. Waagrecht im Wahlkreis.
Einer, der nur sich selbst vertritt. Sein öffentliches Agieren: eine einzige endlose Selfiestrecke. Seine Facebookseite: eine ununterbrochene Abfolge von Anmaßungen. Und ein Tsunami an Phrasen.
Schlimmer ist, wie er noch am Wahltag seine Wähler betrogen, womöglich sogar im strafrechtlichen Sinne betrogen hat.

Im Zuge seiner penetranten Vorzugsstimmenkampagne hat Dominik Schrott auch mit einem Gewinnspiel um Aufmerksamkeit geworben. Tagessieger erhielten ein T-Shirt mit den verfremdeten Konterfeis von ihm und Sebastian Kurz (hier). Als Hauptpreis war eine Snow Card Tirol im Wert von 797 Euro ausgesetzt.





Über den Gewinner oder die Gewinnerin dieses Hauptpreises sollte unter den 23 Tagessiegern das Los entscheiden.
Sollte.




Türkis getürkt

Im Glückstopf (unten) waren 23 Loszettel.
Auf allen 23 Loszetteln stand derselbe Name: „Karin K.“




Die Glücksfee kam auch nicht aus Schrotts Wahlkreis Oberland, sondern wurde von Sarah Ziegler gegeben, einer in Innsbruck wohnhaften Mitarbeiterin seiner Innsbrucker Wahlkampfagentur Smart Ventures GmbH:




Gewonnen hat „Karin K.“:




Karin K. gibt es nicht.
Karin K. steht für Karin Kirchmair, ein auf Schrotts Facebook-Seite eingesetztes Fake-Profil seiner Agentur zur Unterstützung der Wahlkampagne. Als ihr fiktiver Wohnort wird Innsbruck angegeben. Die Teilnahme am Gewinnspiel war aber auf Personen mit Meldeanschrift im Tiroler Oberland beschränkt (hier).




Schrotts Wahlkampfagentur Smart Ventures, bei der er selbst bis Ende Oktober 2017 angestellt war, betreut auch die „Zillertaler Trachtenwelt“. Dort musste Sarah Ziegler, die oben noch als Glücksfee Sarah für „Karin Kirchmair“ den Hauptgewinn gezogen hatte, wenig später selbst als Karin Kirchmair auftreten:





Sarah Ziegler alias Karin Kirchmair musste „ihr neues iPhone X“ im Wert von knapp 1000 Euro gleich nach dem Fototermin im Zillertal wieder abgeben und bekam für ihre Schauspielerei einen 50-Euro-Einkaufsgutschein für die Trachtenwelt in die Hand gedrückt.


Mit dieser ÖVP gibt es absolut nichts zu gewinnen

Auch die Namen der übrigen Gewinner beim türkisen Glücksspiel wurden verräterisch abgekürzt. Warum das?





Ich meine: Mit Schrotts Gewinnspiel in Zusammenhang gebracht zu werden, war ja nicht rufschädigend.
Ich meine: bis zur Aufdeckung dieser Geschichte.

*

Dominik Schrott, seit Oktober 2017 ÖVP-Nationalratsabgeordneter, ist Landesobmann der Jungen ÖVP (JVP) Tirol, Mitglied im Bundesvorstand der Jungen Volkspartei Österreich, Mitglied im Landesparteivorstand der Tiroler Volkspartei und Mitglied im Landtagsklub der Tiroler Volkspartei.

Im Nationalrat sitzt er im Landesverteidigungsauschuss, im Verkehrsausschuss, im Umweltausschuss, im Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitativen sowie im Ständigen Unterausschuss des Landesverteidigungsausschusses.
Schrott ist auch Präsident des Tiroler Kameradschaftsbundes und Vizepräsident der Sportunion Österreich.


21.8.2018



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