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Warum mancher Geldfluss von Erl nach Lucca den Umweg über Neapel nimmt

Hier ist kürzlich einer staunenden Öffentlichkeit kundgetan worden, wie Jahr für Jahr, Monat für Monat, 10.000 Euro aus Erl nach Lucca, also von Tirol in die Toskana überwiesen werden, Zahlungen, die den dortigen Empfänger „zu keinerlei Leistungen verpflichten“. Aktuellen Recherchen zufolge gibt es darüber hinaus weitere massive Geldflüsse von hier nach dort, wobei nicht wenige sich den Weg zum Ziel über das süditalienische Neapel bahnen.

Überweisungen namhafter Summen nach Neapel gibt es jedes Jahr, seit Gustav Kuhn 1998 die Festspiele in Erl gegründet hat. Damals waren es 315.000 Schilling, im Jahre 2002 schon 30.000 Euro. Die Zahlungen gehen an ein Unternehmen, das sich ARTE srl artistic advising nennt und seinen Briefkasten in der nahe am Strand von Neapel gelegenen Via Riviera di Chiaia hängen hat.




Der Sitz der ARTE in Neapel ist direkt vis-a-vis der berühmten Zoologischen Station im wunderschönen Park Villa Communale an der Uferpromenade, unweit des Teatro di San Carlo, an dem Gustav Kuhn einmal als künstlerischer Leiter tätig war.


Der Geld-Fluss nach Neapel entspringt natürlich nicht in Erl, sein Oberlauf reicht hinauf bis nach Innsbruck, und dessen Zubringer wiederum kommen aus dem ganzen Land, die unerschöpflichen Geld-Quellen nämlich sind wir, die ebenso braven und geduldigen wie depperten Steuerzahler.

Während andere Zahlungen aus Erl direkt an Gustav Kuhns Hauptwohnsitz - sein herrschaftliches Anwesen: das Kloster Convento dell’Angelo in Lucca - gehen, nämlich an die Banco Populare im nahen Ponte a Moriano, wird hier diese Firma im über 500 km entfernten Neapel zwischengeschaltet.
Wozu?
Warum dieser Umweg?
Wer schneidet hier mit?




Die Rechnung ergeht an die „TFE Tiroler Festspiele Erl Betriebsges.m.b.H.“, deren Geschäftsführer Gustav Kuhn ist; einfach pauschal 23.000, ohne ausgewiesenen Steueranteil, unter dem Titel „corrispettivo“ (Vergütung/Belohnung/Entgelt).


Was ist die Leistung?

Unternehmensgegenstand der ARTE srl ist laut italienischem Firmenbuch die Vertretung und Vermittlung von Künstlern. Sie vermittelt für Gustav Kuhn Erler Künstler nach Lucca und von Lucca nach Erl. Das ist ihre Leistung.
Die Agentur gehört Kuhns Lebensgefährtin Christin Kirn.







Christin Kirn hält 90 Prozent an der ARTE srl artistic advising, die restlichen 10 Prozent gehören laut Firmenbuch einem Hotelbesitzer in Verona, der als Il Segretario der Firma bezeichnet wird, während sie als Il Presidente firmiert. Kirn, die studierte Botanikerin, ist alleinige Geschäftsführerin der GesmbH, offiziell unter ihrer privaten Adresse in Neapel in der Via F. Blundo 54. Seit 2012 gilt Kirns Hauptwohnsitz in Kuhns Kloster in Lucca zusätzlich als administrative Adresse ihrer Agentur. Christin Kirn, lange Zeit Zweitfrau, jetzt mehr oder weniger Hauptfrau Gustav Kuhns, ist bei den Festspielen Erl, an die sie ihre Rechnungen stellt, schon ewig und immer noch als „Senior Consultant“ ausgewiesen.

Die Agentur Kirn scheint nirgendwo im Internet als Künstleragentur auf, bewirbt sich um keine Künstler und wirbt für keine Künstler. Ihr einziger Daseinszweck ist die collaborazione mit der Kuhnschen Akademie in Lucca.




Sehen wir uns die Originalrechnung (fattura originale), die Kirns Firma an die Tiroler Festspiele Erl stellt, noch einmal genauer an. Es ist die vom 15. Juli 2013 und offenbar bereits die achte des laufenden Jahres (Fattura n. 08-13). Heißt, Kirn hat bis dahin bereits sieben fatture ausgestellt. So zum Beispiel eine am 19. März 2013 über 15.988,50 Euro. Als Verwendungszweck gibt sie, die selbst Leiterin von Kuhns Accademia di Montegral in Lucca ist, die „Organisation des Workshops Trilogia Popolare“ am Sitz der Akademie in Lucca für das „Festival del Tirolo“ in Erl an. Was immer es gewesen sein mag, es läuft über ihre Firma in Neapel.
Jetzt beginnt man auch zu verstehen, warum Kirn mit allen Mitteln, lauteren* und unlauteren**, dafür kämpft, dass ihr Gustav seine Machtposition in Erl behalten kann.

Zurück zur Rechnung vom Juli 2013.



Hier ist die Rede von einer zweiten Akontozahlung. Einer zweiten muss eine erste vorausgegangen sein. Die 23.000 Euro werden den Festspielen in Rechnung gestellt, weil Kirns ARTE GesmbH zwölf Chormitglieder für die Proben in Erl angestellt haben will. Die, falls es irgendwie zutreffen sollte, vermutlich schon vorher öfter in Erl engagiert gewesen waren.


Es riecht sehr, sehr unangenehm.
Herr Rechnungshofpräsident, Sie sind dran!

_______

*)  Größte Verzweiflung in Erl
**) Die dicksten Eier legen sie sich in Erl schon selber


12.11.2018


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