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Crowdfunding für die Prozesskosten in der Causa Festspiele Erl 


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Ein gutes altes Jahr

Das vergangene war ein solches.
Natürlich nicht für alle. Es wäre für uns ja kein solches, wenn es - nur so als Beispiel - für Kuhn oder Haselsteiner auch ein gutes gewesen wäre. Ginge sich nicht aus. Winner kann’s nur geben, wo’s auch Loser gibt. Weiß jeder. Positives und Negatives bedingen einander und müssen sich in der Bilanz ausgleichen.

Während offenbar überall alles nur schlechter geworden ist („stöhn!“-„ächz!“–„seufz!“), ist manches hier doch ein bisschen besser geworden.



Ein 2017er Überling
Hannes Apfolterer konnte seinen im Vorjahr fällig gestellten unrühmlichen Abgang als Kapellmeister der Kaiserjägermusik nur ein wenig verschleppen, nicht verhindern. Gestolpert ist er über den hier aufgedeckten 240.000-Euro-Betrug seines Kassiers und seine eigene Präpotenz.





Gut Ding braucht Weil I
Nachdem ich ihnen fünf Jahre lang immer wieder und immer heftiger in den hirschledernen Hintern getreten habe (z.B. hier), haben die Schützen endlich ihre Mitläuferei in der Nazi-Zeit aufgearbeitet und im Prinzip genau das schreiben und drucken lassen, was ich ihnen seit 2013 vorbuchstabiert habe.





Opel-Testimonial Kira Grünberg
Vor einem Jahr hier aufgedeckt, ist die parlamentarische Immunität der türkisen Tiroler Nationalrätin im September 2018 aufgehoben worden. Damit erst konnte die Korruptionsstaatsanwaltschaft mit ihren Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsannahme beginnen.





Der Gaulreiter
Weil’s Kickl offenbar sehr mit den Pferden hat, wollte er anlässlich der EU-Innenministertagung in Innsbruck unbedingt in die „Rösslstube“. Ob der Termin dann abgesagt werden musste, weil dort ein Hitlerporträt gehangen war oder weil es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dort war, konnte bisher nicht in Erfahrung gebracht werden.





Der Milliardär, der Maestro und der Minister
In der Causa Erl ist, ausgelöst durch eine umfassende Doku hier im Februar dieses Jahres, viel zu viel passiert, als dass es in drei, vier Zeilen hier auch nur anzudeuten wäre. Dieser Fall fällt aus der Reihe. Ihm ist deshalb ein kleines „Special“ weiter unten gewidmet.





Die Blocker
Wenn schon Medien anfangen, Medien zu zensieren, deren Namen und in Zusammenhang damit Autorennamen zu blocken, dann leisten sie massiv Vorschub zum Abbau einer (halbwegs) offenen Gesellschaft. Die Tiroler Tageszeitung zieht das seit vielen Jahren konsequent durch. Es bekommt ihr aber gar nicht gut (hier).





FPÖ-Tirol inside
„Unser Kampf“ nannte sich die Kerntruppe der Bezirksparteileitung Imst. Obmann Wolfgang Neururer, der seine Getreuen mit Hitlerbildern in Serie versorgte, war, wie - ohne großes Risiko - hier vorausgesagt, noch am Tag dieser Veröffentlichung seine Parteifunktionen los. Im Oktober wurde er wegen Wiederbetätigung zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt.





Gut Ding braucht Weil II
Seit 1939 steht mitten in Innsbruck das NSDAP-Gauhaus, seit 1945 umbenannt in Neues Landhaus. 73 lange Jahre war es nicht möglich, die Vorgeschichte, d.h. die der Entstehung und Errichtung des historisch belasteten Gebäudes, zumindest irgendwo sichtbar zu machen. Jetzt erst, nach dieser Fotodokumentation und meiner Forderung nach einer Informationstafel, scheint diese im neuen Jahr Wirklichkeit zu werden.





Glücksspielpech
Das hat es bis dahin auch noch nie gegeben, dass mir jemand seinen Betrug per selbstgedrehtem Video frei Haus liefert. Dafür, wenn auch nur dafür, sei Dominik Schrott bedankt. Der Rücktritt von seinem so teuer erkämpften Nationalratsmandat war (hier) nach der Geschichte über die ominöse Karin K. Formsache. Gegen seine Wahlkampfagentur laufen in Sachen Glücksspiele noch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.


* * *


Erl Ende 2018 ist nicht mehr das Erl von Anfang 2018

„In drei Tagen redet niemand mehr davon.“

Ein im Rückblick irgendwie doch vielleicht zumindest um Nuancen zu optimistischer Festspielpräsident einen Tag nach Veröffentlichung des ersten Erl-Artikels




Der feinfühlige hauseigene Grafiker hat es schon frühzeitig intuitiv erfasst, wie es die Festspiele komplett zerbröseln wird.


13. Februar 2018, Faschingsdienstag: Der Artikel „Die unfassbaren Zustände bei den Tiroler Festspielen Erl“ erscheint. Erl beginnt damit, eine Mauer aufzuziehen. Diese bricht nicht nur alsbald in sich zusammen, sondern beschädigt auch noch das gesamte Fundament des Unternehmens.

Als erstes engagieren die Festspiele einen Krisenmanager und einen Rechtsanwalt, Josef Kalina und Michael Krüger. Der eine beginnt die Medien zu bearbeiten, der andere die Gerichte zu beschäftigen. Allein gegen mich werden sechzehn Klagen eingebracht, die erste noch im Februar, die – bislang – letzte im Dezember 2018. (Details zum gegenwärtigen Stand der Dinge demnächst.)

Ohne dass Kuhn und Krüger und allen voran der Krösus von Erl das ihre dazu beigetragen hätten, wäre die Geschichte nie so groß geworden. Das muss man ihnen lassen. Sie haben nach Kräften in das glimmende, vielleicht sogar verglimmende Feuer hineingeblasen, um damit einen wahren Großbrand auszulösen. Medien, von der Süddeutschen bis zur New York Times, von ORF und ARD bis zur Frankfurter Allgemeinen und zur Neuen Zürcher Zeitung, kamen um Erl nicht mehr herum. Gustav „in
Tirol wurde die sexuelle Revolution durch mich eingeleitet“
Kuhn war plötzlich (fast) weltbekannt – nicht nur in Erl.

Was dann alles geschah, lässt sich beim besten Willen nur noch stichwortartig abhandeln, unvollständig und auch nicht streng chronologisch.




Scharwenzeln ist gar kein Ausdruck: gegenseitiges Hinaufheben von Politik und Kultur durch gegenseitiges Voreinanderniederknien. (TT, 16.5.2018)


Im Zeitraffer


Fünf ehemalige Musiker der Festspiele machen in einem Offenen Brief den Probenterror Kuhns („Schwänze!“, „Arschlöcher“!, „Volltrottel!“) öffentlich.


Der Milliardär meint, die Sache mit der Installierung einer Ombudsfrau aussitzen und biegen zu können, noch dazu mit dieser.


Der Pfarrgemeinderat schmeißt Gustav Kuhn aus seinem „Freizeit-Zimmer“ im Erler Widum.


Kuhn, Krüger und Haselsteiners Stiftungsvorsitzender Gusenbauer versuchen über die ORF-Seitenblicke einen Gegenschlag und verletzen sich dabei erheblich.


Die Gleichbehandlungskommission im Bundeskanzleramt wird mit der Prüfung der Erler Zustände beauftragt.


Nach den Aussagen zweier Zeuginnen zieht Gustav Kuhn im letzten Moment beide Medienklagen gegen mich zurück. Er hat auch die gesamten Kosten des Verfahrens zu tragen.


Fünf ehemalige Sängerinnen bzw. Musikerinnen klagen Kuhn in einem Offenen Brief an.


Die Staatsanwaltschaft Innsbruck nimmt Ermittlungen gegen Gustav Kuhn auf. Der Akt umfasst inzwischen mehr als eintausend Seiten.


Kuhns Anwalt Krüger legt bei Armin Wolf einen extraordinären, wie er selber glaubt: extraordinär guten Auftritt hin.


Arbeitsinspektorat, Gewerbepolizei und Finanzpolizei kümmern sich um die Zustände bei den Festspielen.


Der Co-Geschäftsführer der Festspiele, Peter Zednicek, bis 2021 bestellt, verlässt vorzeitig das Haus.


Im Zuge der Auseinandersetzung um die Zustände bei den Festspielen geht auch das liberale Mäntelchen des Milliardärs flöten.


Von Erl-Engagements abhängige Künstlerinnen und Künstler bombardieren die Gleichbehandlungskommission mit Mails, in denen sie Kuhns Unschuld beschwören.


Gustav Kuhn tritt als „künstlerischer Leiter“ der Festspiele zurück.




Tiroler Tageszeitung, 1.8.2018


Es entsteht eine Welle großer Solidarisierung. Menschen aus allen Schichten und allen Teilen Österreichs unterstützen mich auch finanziell in den Prozessen mit einem Gesamtstreitwert jenseits der 500.000-Euro-Grenze (hier).


Die traditionellen „Erntedank-Tage“ der Festspiele werden „aufgrund der anhaltenden Diskussion und um weiteren Schaden von den Festspielen abzuhalten“ abgesagt.


Die Festspiel-Intendanz organisiert und inszeniert in Erl zwei peinliche Pressekonferenzen von ihr abhängiger Künstler, in welchen diese „Wir wollen Gustav Kuhn zurück“ fordern. Erfolglos.


Das teure Winter-Programmheft, im Sommer noch trotzig mit Kuhn am Cover und Kuhn da und Kuhn dort gedruckt, muss eingestampft werden (hier).


In fast schon selbstmörderischer Weise bringt Gustav Kuhn eine Unterlassungsklage gegen seine ehemalige Top-Sopranistin Julia Oesch ein.


Bei der Bezirkshauptmannschaft Kufstein werden aufgrund einer Anzeige der Finanzpolizei „an die 100 Strafverfahren“ gegen die Festspiele eröffnet.


Gustav Kuhn legt nach 30 Jahren als künstlerischer Leiter des internationalen Opernwettbewerbs der Bertelsmann-Stiftung seine dortige Funktion zurück.


Acht weitere ehemalige Musiker bzw. Mitarbeiter der Festspiele unterstützen mit einer Solidaritätserklärung die vorher an die Öffentlichkeit getretenen Frauen.


Gustav „Ich habe schon einer Frau unter den Pullover gegriffen, aber nicht diesen Frauen“ Kuhn bietet sich der ZIB 2 für ein Studio-Interview an und erledigt sich dort ohne großes Zutun von Armin Wolf selbst.


Kuhn muss auch als Dirigent abtreten.


Seine Lebensgefährtin mobilisiert Gott und die Welt, „Gnadengesuche“ an Politiker von Platter abwärts und aufwärts zu schreiben, damit „Gustav“ in Erl weiter dirigieren darf. Erfolglos.


Als Nachfolger Kuhns wird der Direktor der Frankfurter Oper Bernd Loebe engagiert.


Auch der Vize-Intendant, der das „System Kuhn“ mitgetragen und mitgenutzt hat, muss 2019 gehen.




Tiroler Tageszeitung, 25.10.2018


Als Nachfolger von Kuhns Vize wird Loebes Vize Marcus Küchle präsentiert.


Beamte des Landesrechnungshofs prüfen drei Monate lang die Gebarung der Festspiele von 2013 bis 2018.


Kuhns Lebensgefährtin scheidet als „Senior Consultant“ der Festspiele aus.


Kuhn wird auch als Geschäftsführer der Tiroler Festspiele Erl Betriebsges.m.b.H. seit 2005 abgelöst.


Usw.


* * *

In der wirklichen Wirklichkeit, jener außerhalb der Gerichtssäle, ist in Sachen Erl
also längst alles gelaufen und entschieden.
So, wie es angelegt war, und so, wie es richtig ist.





17.12.2018


Kritik, Anregungen, Wünsche: m.wilhelm@dietiwag.org



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