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Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, Kritik zu üben

Oh, ja!
Die Politik und die ihr zugeordneten Behörden sind durch ihr langes Verharmlosen und Herunterspielen der für alle sichtbar auf uns zu rollenden Massenansteckung verantwortlich für das Ausmaß, das die Katastrophe dadurch erst hat annehmen können. Wer, in erster Linie, wenn nicht sie?

Warum ist Kritik gerade jetzt so wichtig? Weil die verantwortlichen Personen, diese ganz und gar unverantwortlichen Personen, immer noch in den Funktionen sind, in denen sie schon tödliche, todbringende Fehler, Unterlassungsfehler gemacht haben. Mit Bernhard Tilg als Gesundheits(?)landesrat und Franz Katzgraber als Sanitäts(?)direktor ist Gefahr in Verzug.
Jeden Tag. Je länger, je mehr. Je noch mehr.






Eine weltweite, massenhaft todbringende Pandemie als „Medienhype“

„Es herrscht ein unglaublicher Medienhype um diese Erkrankung, dabei ist die Grippe viel gefährlicher als das Coronavirus.“

Franz Katzgraber, Landessanitätsdirektor (meinbezirk.at, 4.2.2020)


Es mag zu wenige Lungenmaschinen geben und zu wenige Intensivstationsbetten, aber es gibt auf jeden Fall zu viel Personal der Sorte, wie es uns jeden Tag per Pressekonferenz aus dem Landhaus ins Wohnzimmer geliefert wird.

Es geht um Menschenleben, jeden Tag, nicht „nur“ in Tirol, sondern in vielen Ländern Europas, in die der Krankheitserreger von hier aus exportiert worden ist.

Jetzt rächt es sich, dass Günther Platter, der selber heillos überforderte Günther Platter, der sich im Landhaus eingebunkert hat, sich mit solchen Stümpern umgeben hat, in der Regierung, im Büro, in seiner engsten Umgebung, die ihm nicht die Spur einer Hilfe sein können. In normalen Zeiten - beim Bandln-Durchschneiden bei Eröffnungen, beim Überreichen von Verdienstmedaillen, beim Abschreiten von Schützenformationen - ist das ja kein Problem. Aber hier und jetzt ist es eines.




Zwei Katastrophenhelfer im wahrsten Sinne des Wortes


Natürlich gibt es Kritik, wir haben auch Kritik an manchen Vorgängen. Aber jetzt ist nicht die Zeit dafür.

Georg Schärmer, Tiroler Caritas-Direktor (tirol.orf.at, 29.3.2020)


Jetzt ist nicht die Zeit dafür? Doch, ist. Während ich dies schreibe, während Sie dies lesen, sterben Menschen zu Dutzdenden, zu Hunderten in halb Europa aufgrund der hier geschehenen, bis zuletzt zugelassenen Versäumnisse. Was hätte höchstwahrscheinlich verhindert werden können, wenn an der Stelle von Bernhard Tilg, dem studierten Elektrotechniker, ein fähiger Gesundheitslandesrat im Amt gewesen wäre und anstelle von Franz Katzgraber, dem früheren Gerichtsmediziner, ein wirklicher, ein aufmerksamer, ein vorausschauender und nicht zynischer Landessanitätsdirektor gestanden hätte? Ich rede jetzt eh nur von diesen beiden und gar nicht von Nasenbohrern wie Felipe oder Geisler. (Bei denen frage ich mich nur, was sie denn tun, wenn sie sich jetzt plötzlich nicht mehr mit der Hand ins Gesicht fassen sollen.)

Persönliche und politische Kleinkriege haben genau in dieser Zeit nichts verloren. Wir müssen zusammenstehen. (…) Es wird die Zeit kommen, da werden wir über Fehler und die Historie dieser Fehler reden.

Christoph Walser, Tiroler Wirtschaftskammerpräsident
(TT, 22.3.2020)


Nein, die Zeit ist jetzt. Höchste Zeit! Wer schon soviel angestellt hat in den vergangenen paar Wochen wie Tilg und Katzgraber, der ist, wenn er schon sonst zu nichts willens und fähig ist, willens und fähig, noch viel mehr Unheil anzurichten in den nächsten noch viel schwereren Wochen.



Landesrat Dr. Bernhard Tilg

„Ja, ich glaube, dass die Behörden in Tirol sehr richtig agiert haben.“

„Die Behörden haben alles richtig gemacht.“

„Ab diesem Zeitpunkt haben die Behörden in Tirol agiert und das haben sie auch sehr richtig gemacht.“

„Die Behörden haben am 6. März die richtigen Maßnahmen getroffen.“

„Die Vorgehensweise der Behörde war grundsätzlich richtig.“

„Ich glaube, die Behörden haben hier alle Schritte richtig gesetzt. “

„Ich denke grundsätzlich, die Gesamtvorgangsweise war richtig.“

„Auch dieser Vorgang war richtig, wie er durchgeführt wurde.“

„Wir haben alle Schritte dann entsprechend also gesetzt und die Vorgangsweise war insgesamt auch richtig.“

„Ich glaube, es ist auch in der zeitlichen Abfolge alles richtig passiert.“

„Da auch haben wir stündlich, täglich also die richtigen Maßnahmen vorangeschoben und weiterentwickelt und die grundsätzliche Vorgehensweise war richtig.“


Noch-Landesrat Bernhard Tilg im Interview mit Armin Wolf (Zeit im Bild 2 am 16.3.2020)



Mein Vorwurf ist, dass zu wenig und zu wenig ernsthaft Kritik an den handelnden Personen geübt wird, den nichthandelnden, den zu spät handelnden, den halbherzig handelnden, und hier die Tiroler Medien wieder einmal versagen und sich damit selbst nachträglich mitverantwortlich machen für das, was Tilg & Co. angestellt haben und: noch anstellen können.
Günther Platter ist nicht für die ganze Misere verantwortlich. Aber dafür, dass die beiden ärgsten Katastrophenhelfer noch immer im Amt sind.

Mir ist sehr ernst. Man verzeihe mir, wenn ich da in meinen Formulierungen keine Rücksicht nehmen kann. Es geht tatsächlich, das ist hier eben keine Übertreibung mehr, tagtäglich um Leben und Tod. Leben oder Tod. Platter, wenn du dem Land und den Menschen in diesem Land einen Dienst erweisen und die Voraussetzungen für eine bessere Bekämpfung dieser verheerenden Seuche verbessern willst, dann kannst du das in jenen zwei Minuten tun, in denen du Bernhard Tilg und Franz Katzgraber außer Dienst stellst.




Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein, der die Sachverhaltsdarstellung in Sachen Ischgl und Sölden bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck eingebracht hat.


1.4.2020


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