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Manchmal ist keine Antwort auch eine Antwort

Immer wieder einmal glauben sich besonders raffiniert dünkende Leute, eine Berichterstattung über ihre Geschäfte verhindern zu können, wenn sie sich auf Anfragen taub und stumm stellen. Auch eine Art von Zensur. Das klappt meist hervorragend bei großen Medien, scheitert aber, wenn sie damit an den Falschen geraten. Wie Wilfried Stauder mit „seiner“ Hypo Bank Tirol.


Die Geschichte im Schnelldurchgang:

1
Mir geht diese Mitteilung zu:





2
Eine erste Recherche ergibt, dass es sich beim Hotel um das „liebe Rot Flüh“ in Grän handelt.
Ich ersuche den angeblich overrulten Hypo-Vorstand um eine Stellungnahme:





3
Zwei der drei Vorstandsmitglieder bestätigen den Eingang meines Mails.
Es erfolgt jedoch keine Antwort. Und kein Dementi.


4
Ich wiederhole meine Anfrage an den Hypo-Vorstand:




Wieder keine Reaktion. Kein Dementi.


5
Ich wende mich an den Vorsitzenden des Hypo-Aufsichtsrates:




Keine Antwort. Kein Dementi.


Die Hypo ist die Landesbank. Sie ist zu 100 Prozent im Eigentum des Landes Tirol.
Nicht in dem Stauders.

Das früher stark gepushte Hotel ist seit etlichen Jahren extrem verschuldet. Es steht nicht in St. Anton, Mayrhofen oder Seefeld, sondern in Grän. Einer Gemeinde mit 599 Einwohnern im äußersten Außerfern. Ein sogenanntes Wellness- und Gourmethotel mit 220 Fremdenbetten, drei Konferenzsälen, zwei Bars, vier Restaurants, mit Beauty Farm, Freibad und Hallenbad, Saunalandschaften, Tennisplätzen, Squashhalle, Kindergarten undundund.

Offenbar hat die Hypo im Dezember 2018 das Obligo, das ist die Haftung für Verbindlichkeiten, von einer anderen Bank übernommen. Diese Verbindlichkeiten belaufen sich auf 16,25 Millionen Euro. Die Umschuldung auf die Hypo Tirol Bank, das ist der Kern der Geschichte, soll vor allem auf Betreiben des Aufsichtsratsvorsitzenden Wilfried Stauder als dem Steuerberater der „liebes Rot-Flüh Hotelbetriebs GmbH“ erfolgt sein. Und die eigentliche Geschäftsführung, drei überbezahlte Herren, die alle weiterhin drei überbezahlte Herren bleiben wollen, soll sich gegen diesen direkten Eingriff in ihre Zuständigkeit nicht erwehrt haben.

Wird die Tiroler Tageszeitung darüber berichten? Nein, wird sie nicht.
Wilfried Stauder ist nämlich auch Aufsichtsratsvorsitzender der Konzernmutter Moser Holding.

Seltsam in diesem Zusammenhang ist auch, dass vom alleinvertretungsberechtigten Komplementär der Hotelbetriebsgesellschaft, nämlich der GmbH & Co KG, seit 2012 (!) keine Bilanzen im Firmenbuch aufscheinen.

In der Bilanz der „liebes Rot-Flüh Hotelbetriebs GmbH“ liest man dafür den schönen Satz:




Zu fragen wäre vielleicht noch, für welche weiteren Unternehmen, deren Hausbank die Hypo ist, Aufsichtsratschef Wilfried Stauder vielleicht sonst noch gleichzeitig als Steuerberater tätig ist und ob hier nicht ein besonderes Maß an Unvereinbarkeit vorliegt.


27.7.2020


Fragen, Kritik, Anregungen, Ergänzungen an: m.wilhelm@dietiwag.org



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