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Tagebuch Einträge 2020
[alle des Jahres 2020 auf einer Seite anzeigen]

2020-07-03
Wie die Lienzer Bürgermeisterin sich privat 4.000 m² landwirtschaftlichen Grund in ihrer Stadt krallen will


2020-06-29
Dichter und Wahrheit


2020-06-19
Tönnies. In der Region veredelt.


2020-06-12
Der Titzenthaler weg

2020-05-30
Werbung in der TT wirkt!


2020-05-29
Well done!


2020-05-24
Nachtrag zum „historischen“ Hakenkreuz in Sölden


2020-05-19
Gesinnungsschnüffelei. Polizeiwillkür. Mitten in Innsbruck. 2020.


2020-05-11
Der designierte Herr Vorsitzende ist leider ein Platter-Mann


2020-05-09
Ich hätte ja gar nichts gesagt, Herr Bürgermeister Härting


2020-05-06
„75 Jahre Befreiung“ und das Hakenkreuz von damals mitten in Sölden


2020-04-28
Auch die TIWAG wird gezwungen, die Tiroler Tageszeitung zu stützen


2020-04-26
Wieder eine Bruchlandung Haselsteiners


2020-04-23
Wie aus dem Corona-Leugner Hermann K. über Nacht der Corona-Geschäftemacher Hermann K. geworden ist


2020-04-22
Regierungstreue Medien schöpfen auch in der Krise ordentlich ab


2020-04-16
Tirol Werbung mit dumpfem Revanchismus


2020-04-14
„Das geht nun doch zu weit“ im Südtiroler Schutzmasken-Skandal


2020-04-09
Manche möchten, dass wir diesen türkis-schwarzen Mundschutz tragen


2020-04-08
Medalp „all inclusive“


2020-04-03
Null Ahnung von „Patient Null“


2020-04-01
Jeder, wirklich jeder darf sich entblöden …


2020-03-24
Staatsanwaltschaft eingeschaltet


2020-03-23
So werden bei uns die Gäste noch im Nachhinein von oben bis unten angeschmiert


2020-03-21
Was täten wir in dieser schweren Zeit ohne unsere heimischen Experten!


2020-03-20
Hier spricht der Wirtschaftsbundobmann vom „Hottentotten Staat“ Tirol über das viele Gras, das nach einer Woche über die Sache gewachsen sein wird


2020-03-17
Wenig wahrscheinlich, unwahrscheinlich, sehr unwahrscheinlich


2020-03-04
Der geborene Hochstapler


2020-02-21
Unsinniger Donnerstag: Riesen Faschingsumzug am Bergisel


2020-02-07
„Haselsteiner verlor endgültig gegen Wilhelm“ (Kronenzeitung, 7.2.2020)


2020-01-30
Übertourismus und Überdrübertourismus


2020-01-25
Benko baut sich 2020 noch eine zweite Jagdhütte in den Naturpark Karwendel


2020-01-23
Was geht ab in der Wattener Lizum? Was macht die deutsche Bundeswehr dort wirklich?


2020-01-20
Bombenabwürfe in Tirol?


2020-01-17
Landesrätin Zoller-Frischauf wünscht, zurücktreten zu dürfen


2020-01-10
Apropos Schrott: Wie er Wahlkampfkosten vor dem Rechnungshof versteckt hat


2020-01-05
„All in one“ beim neuen Aufsichtsrat in Erl: Haselsteiner kontrolliert sich selbst


2020-01-02
Danke


  Der Titzenthaler weg   [12.06.2020]

1927, mit der Fertigstellung der Alpenvereinshütte Hochjoch-Hospiz im hintersten Ötztal durch die Berliner Sektion Mark Brandenburg, ist dem Weg von Rofen dorthin in bester Kolonialherrenmanier – nach Waldemar Titzenthaler, dem damaligen Vorsitzenden der Sektion, – der Name Titzenthalerweg verpasst worden.




Die 1899 von der DAV-Sektion Berlin abgespaltene Sektion Mark Brandenburg war von Anfang an eine militant nationalistische, die „nur deutschstämmige Männer in ihren Reihen“ duldete und den „Arier-Paragraphen“ in ihren Satzungen führte. Waldemar Titzenthaler trat später auch vehement für den Ausschluss aller Juden aus allen Alpenvereinen ein und bejubelte 1933 die Machtergreifung durch Adolf Hitler.

Als er ein Jahr vor der von ihm geforderten Eingliederung der „deutschen Ostmark“ in das Dritte Reich starb, haben seine Gesinnungsfreunde am Titzenthalerweg eine schwere Bronzetafel zum Gedenken an diesen „Kämpfer für das Deutschtum“ angebracht.

Und jetzt ist der Titzenthaler weg.




Niemand weiß, was jetzt los ist.
Ich hatte ja im Herbst 2019 noch die sehr wechselvolle Geschichte dieser Tafel und die der Zusatztafeln Länge mal Breite dokumentiert.


 

 

 

 


Und jetzt sind, wie ein Landecker Ehepaar mir mitteilt und mit einem dieser Tage von ihm aufgenommenen Foto (danke!) belegt, auf einmal beide Tafeln, die heroisierende und die entheroisierende, die faschistische und die antifaschistische, verschwunden.

Was kommt jetzt?

Falls hier diese, ja: Vandalen, die zweimal den so notwendigen erklärenden Beipacktext zerstört haben, zur Einsicht gekommen sein sollten, dass solch plumpe Naziverehrung 2020 nicht mehr geht, dann wäre das schon ein Fortschritt. Also hofft man, dass die Titzenthaler-Tafel mit der inzwischen etwas verwitterten Frakturschrift nicht bloß zum Restaurieren abgenommen, sondern endgültig entfernt wurde und vielleicht in irgendeinem AV-Archiv schlummert und darauf wartet, späteren Generationen davon zu erzählen, wie unerträglich lange diese politische Provokation im öffentlichen Raum damals geduldet worden ist.
Möge die schöne rostigrote, vom Gletscher rundgeschliffene Felswand „im Prantlan“ künftig von solchen Botschaften verschont bleiben, auf dass aus den Bohrlöchern endlich Flechten und Moose sprießen und über diese Geschichte wachsen können.

   
     
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